Alkoholmißbrauch bei Jugendlichen, die Grundlage für eine Alkoholsucht im Erwachsenenalter

Das kann ich aus eigener Erfahrung nur bestätigen. Fast 50% der Jugendlichen die vor ihrem 14. Lebensjahr anfingen Alkohol zu trinken, wurden später in ihrem Leben alkoholabhängig. Das konnte bereits in einigen Studien nachgewießen werden.  Die Schädigung des Gehirns bzw. der Gehirnzellen in der Zeit bis zum 20. Lebensjahr ist um vieles größer als bei einem Erwachsenen. Je jünger man bei seinem ersten Alkoholkonsum ist, umso früher setzt eine Alkoholabhängigkeit ein. Diese Abhängigkeit vom Alkohol in den jungen Jahren bedeutet auch, dass es viel schwieriger wird diese Abhängigkeit wieder los zu werden.

Komasaufen, Trinken bis der Arzt kommt nimmt immer mehr zu! Das kann ich selber so nicht bestätigen, da ich in meiner Jugend ständig beim Komatrinken dabei war. Mit 14, als in den 80igern konnte ich in jedem Kaufhaus oder Tankstelle problemlos Alkohol kaufen. Mit Freunden wurde dann getrunken bis der eine oder andere im Koma lag. Ich kann auch nicht sagen warum, ob es Gruppenzwang, Schulprobleme, Familienprobleme… waren, auf jeden Fall hat es Spass gemacht. Es war eine wunderschöne Zeit mit meinen Freunden zu saufen, auch wenn die Folgen, besonders die Todesfälle durch den Alkohol, katastrophal waren. Wie ich selbst viele Unfälle und Komaräusche überleben konnte ist mir heute noch ein Rätsel. Vielleicht sollte ich am Leben bleiben um heute anderen Menschen eine Hilfe geben zu können, wie sie sich dieses schreckliche Leid ersparen können.

Bei einer meiner beiden Töchter  hat es schon funktioniert. Sie ist heute 24 Jahre alt und hat zwar mit 14 ihren ersten Alkohol getrunken, nur einigemale und sehr geringe Mengen. Ab da hat sie bis zu ihrem 22. Lebensjahr überhaupt keinen Tropfen mehr angerührt und heute trinkt sie auch nur selten und sehr wenig. Auch meine jüngere Tochter, sie ist 15, trinkt gelegentlich ein, zwei Gläschen und das werde ich ihr auch nicht verbieten, doch ich setze Grenzen. Wenn sie diese überschreitet muß sie die Konsequenzen tragen. Obwohl meine Kinder einen Alkoholiker (Gott sei Dank seit vielen Jahren trockener Alkoholiker) als Vater haben müssen sie nicht den gleichen Weg einschlagen, obwohl die Gefahr größer ist. Wir Eltern sind die Vorbilder für unserer Kinder und wenn wir unsere Fehler zugeben und dann auch vermeiden können, dann erkennen die Kinder was gut und was schlecht ist von selbst.

Ich mache heute noch viele Fehler und versuche auch daraus zu lernen, aber ich kann kein anderer Mensch  werden. Ich bin so wie ich bin und das möchte ich auch bleiben.  Meine negativen Eigenschaften sind: ich bin aufbrausend, denke zuviel, bin etwas negativ eingestellt, leide immer noch unter Angststörungen… Das wären Gefühle wo man auch mal zum Alkohol greifen könnte, aber das Schöne ist, dass ich in diesen Situationen kein Verlangen nach Alkohol habe. Genau dann merke ich wieder, wie frei ich bin, frei von der Droge Alkohol.

Rene Zeiner

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