Die Gier nach Alkohol

In meiner Trinkerzeit hatte der Alkohol einen sehr hohen Stellenwert, eigentlich war er das Wichtigste für mich. Bei Unternehmungen mit meiner Familie musste auch er immer dabei sein. Damals dachte ich eigentlich nicht darüber nach, es war völlig normal.
Der Alkohol erleichterte mir auch das Ausführen von bestimmten Tätigkeiten, welche ich sonst nicht so gerne machte. Das alles bedeutet: Alkoholismus hilft einem dabei das Leben leichter zu bewältigen.
Es gibt zum Beispiel Spiegeltrinker welche wie der Name schon sagt ständig unter Alkoholeinfluss stehen, also immer einen Alkoholspiegel haben. Nur so gelingt es ihnen den Alltag zu bewältigen.
Ich selbst war ein Rauschtrinker oder Komasäufer. Die Stunden bis zum Vollrausch, das war der absolute Kick. Niemand konnte mich aufhalten. Meine Gier nach Alkohol war extrem stark.
Am Tag nach einem Vollrausch ging es mir verdammt schlecht. Wenn ich es allerdings schaffte sofort wieder Alkohol zu trinken, dann war das die Hammer – Bewustseinsveränderung. Ich war den restlichen Tag in einer anderen Welt, in einer anderen Dimension. Genau wegen dieser Gefühle habe ich Alkohol getrunken.
Ein Leben ohne Alkohol ist für einen Alkoholiker ungefähr so, wie wenn jemand auf sein liebstes Hobby verzichten muss, das er über Jahrzehnte mit völliger Leidenschaft und Hingabe gemacht hat.
Und genau das können Angehörige nicht verstehen.

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